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Bei den Planern von A21 und Südspange gibt es keine "Corona-Pause". In einer "Amtlichen Bekanntmachung" des Landes-Verkehrsministeriums vom 14. April, die am 20. in den KN veröffentlicht wurde, werden vorbereitende Kartierungsarbeiten für den Bau der Südspange und der A21 nach Kiel angekündigt.

Sehr schön, dass bei es bei den Verkehrswende-Anhänger*innen in Kiel offensichtlich auch keine Pause gibt.

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Umso besser, weil das Bündnis "Vorfahrt für den Klimagürtel" in seiner Gesamtheit vom Lockdown bisher kalt erwischt wurde und sich in Zeiten der Pandemie erst einmal wieder finden muss.

Die "TurboKlimaKampfGruppe Kiel" und andere Gruppen betreten mit ihrem Aktionsaufruf für eine Fahrraddemo mit "Ausreichend Abstand" Neuland. Dass auch in Corona-Zeiten Grundrechte wie das Demonstrationsrecht - unter Auflagen - gelten, stellte aber auch das Bundesverfassungsgericht unlängst klar.

cdu ratsfraktionVorbemerkung: Die Pressemitteilung der Rats-CDU erfolgte einen Tag nachdem die Kieler Nachrichten ausführlich über eine Info-Veranstaltung des Klimagürtel-Bündnisses im Waldhaus am 7.März berichtete. Die PM scheint sich aber eher auf die Postkarten zu beziehen, die seit Monaten von Bürger*innen an die Fraktionen von SPD, CDU, FDP und Grüne verschickt werden.

- Pressemitteilung der CDU-Ratsfraktion (11.3.20) -

Südspange: Straßen fördern nicht den Autoverkehr, sondern den Verkehrsabfluss

Zum Thema Südspange (Anschluss an die A 21) äußert sich der umweltpolitische Sprecher der CDU-Ratsfraktion, Ratsherr Robert Vollborn, wie folgt:

Auch der CDU-Ratsfraktion ist es ein Anliegen, den Kieler Grüngürtel zu erhalten. Die Aussagen des Bündnisses "Vorfahrt für den Klimagürtel" sind in Bezug auf den A 21- Anschluss aber differenziert zu betrachten:

"Kiel im Jahr 2035: Dass die A 21 über die Südspange angebunden werden sollte, ist längst in Vergessenheit geraten – zwischen (Nord-)West und Ost rollt eine viel genutzte Stadtbahn ..."
(KN, 7.12.19, "Der Süden will auch eine Haltestelle")

KN 7.12.19: "Im Süden von Kiel geht es rund"

Wenn die Kieler Nachrichten jeden Tag solche Dinge schreiben würden, könnte der Betreiber von bielenbergkoppel.de den Laden hier eigentlich dicht machen und sich wieder mehr um seinen Kartoffelacker kümmern. Und obwohl auf dieser Seite zuletzt über die bevorstehende OB-Wahl im Oktober berichtetet wurde so als gäbe es nix Neues, ist beim Thema A21, Südspange und Kieler Süden derzeit richtig viel Musik drin. Und genau das ist eben der Grund, warum erst jetzt zeitlich wieder etwas Luft für ein Update ist.

Denn die beiden großen Artikel, die vergangenen Samstag in den KN zum "Herzensthema" Stadtbahn-Anbindung des Kieler Südens und über das neue "Klimagürtel"-Bündnis (Zitat: "Im Süden geht es rund") erschienen, sind nur ein kleiner Aspekt dessen, was sich in den letzten Monaten getan hat. Doch eins nach dem anderen.

Pressemitteilung

Vorfahrt für den Klimagürtel mit dem zukünftigen Kieler Oberbürgermeister – keine Planung der Südspange

Ein breites Bündnis aus 9 Kieler Umweltverbänden und Initiativen fordert die Oberbürgermeisterkandidaten auf, sich eindeutig für den Erhalt des Kieler Grün-und Klimagürtels und damit für den Planungsstopp der Südspange sowie der A21-Nebenstrecke einzusetzen.

Die Kieler Ratsversammlung hat sich bisher um einen Beschluss zu einer konkreten Variante des A21-Anschlusses in Kiel gedrückt. Damit haben Politik und Verwaltung die Verantwortung sowie die Möglichkeiten der aktiven Gestaltung ohne Not dem Bund überlassen. Dass eine Landeshauptstadt bei einem Projekt dieser Größenordnung freiwillig das Heft seiner Gestaltungsmöglichkeiten aus derHand gibt, ist ein politisches No-Go. Der Bund hat sich dann für den Ausbau der A21 bis in die Stadt sowie den Bau der Südspange und Nebenstrecke entschieden.

Es war so schön einfach bei der letzten Kieler Oberbürgermeisterwahl: Lag einem 2014 der vollständige Erhalt des Kieler Grüngürtels am Herzen, so konnte man einfach beim parallel stattfindenden "Möbel Kraft"-Bürgerentscheid ein klares Votum abgeben. 2019 sieht das ganz anders aus: Nicht nur, dass man die Wahlentscheidung für einen Kandidaten nun noch mit anderen Themen gewichten muss. Darüber hinaus wird sogar in Frage gestellt, dass die drohende weitere Zerstörung des Grüngürtels durch die Südspange überhaupt etwas mit der Kommunalpolitik zu tun habe. Der Bund plant sozusagen ein paar Jahre vor sich hin und am Ende gibt es die tolle große Bürgerbeteiligung vor Ort, wo wir dann über die Farbe der Lärmschutzmauer das "ob" diskutieren. Manche Leute glauben so etwas.

Quelle: Instragram / Grüne Jugend Kiel

Wie halten es also die OB-Kandidaten mit der Südspange? Eine gute Gelegenheit, sich ein Bild zu machen, bot am vergangenen Mittwoch eine Diskussion mit Schwerpunkt Klimaschutz, zu der die Grüne Jugend ins "mmhio" im Knooper Weg eingeladen hatte. Das Setting des Abends war spannend - und man wurde letztlich auch nicht enttäuscht. Denn die Grüne Jugend hat sich bisher - im Gegensatz zur Mehrheitsentscheidung der Kieler Grünen - nicht eindeutig für den Amtsinhaber Ulf Kämpfer ausgesprochen.

Wir sitzen das Thema so lange aus, bis der Bund mit seinen Planungen so weit ist, dass dann im Rahmen einer großen Bürgerbeteiligung darüber geredet werden kann, welche Farbe die Lärmschutzmauer des Autobahnkreuzes am Vieburger Gehölz haben wird.

Natürlich hat das niemand so gesagt. Aber überspitzt gesagt ist dies die Position der Mehrheit der in der Kieler Ratsversammlung vertretenen Parteien. Aber natürlich mit inhaltlichen Nuancen.

Doch der Reihe nach:

"Lieber eine späte Erkenntnis als gar keine Erkenntnis": Man mag diesem User-Kommentar auf der Facebook-Präsenz des Vereines "Tram für Kiel e.V." nicht widersprechen. Doch hinzufügen müsste man auch: Dass im Grunde genommen völlig eindeutige Ergebnis des am Freitag vorgestellten Gutachtens ist vor allem eine sehr späte Genugtuung für jene, die diese Erkenntnis schon seit langer Zeit hatten. Und viel zu viele Jahre mit besten Argumenten vergeblich Klinken geputzt hatten für einen öffentlichen Nahverkehr in der gesamten Region, der nicht nur Notlösung ist.

Tram in Straßbourg (2)

Die Faktenlage ist erdrückend eindeutig:

Es kann kein "weiter so" mit dem bisherigen Bus-ÖPNV geben und auch nicht mit einer "gepimpten" Variante, die keine eigene Trasse hat. Nur eine schienengebundene Tram hat das Potenzial, die Ziele der Stadt beim ÖPNV-Anteil nicht nur zu erreichen, sondern auch mit einer späteren Erweiterung in die Region deutlich zu übertreffen. Das Zauberwort ist "Kapazität". Eine Tram ist die klimafreundlichste Lösung. Sie ist im späteren Betrieb am kostengünstigsten. Nur ein Schienensystem bietet Möglichkeiten, den Straßenraum mit Rasengleisen zu gestalten. Und sie verbraucht dabei auch weniger Platz als ein System auf eigener Trasse ohne Schiene. Sie ist barrierearm. Sie bietet zudem Möglichkeiten der Fahrradmitnahme. Und sie ist weltweit und auch in Deutschland vielfach bewährt.

Holstein Kiel wird Deutscher Meister und ein Oberbürgermeister, der einigermaßen entspannt an einer Blumenwiese steht, wo früher einmal die B404 am Barkauer Kreuz war. Das wäre zusammengefasst in etwa genau das, was man sich bei bielenbergkoppel.de für die Landeshauptstadt im Jahr 2045 erträumt. Zumindest letzteres konnten die vielleicht 50 Neugierigen, die am Mittwoch der Einladung des NABU Kiel in die hübsche Tenne des Naturerlebniszentrum Kollhorst folgten, schon jetzt einmal live erleben. Wobei dieses Bild letztlich nicht wirklich der Wunschtraum aller Anwesenden war.

Die Anbindung der geplanten A21 an die Landeshauptstadt, eine Alternativplanung zur Südspange und die Situation am Theodor-Heuss-Ring und als Gast der amtierende OB Ulf Kämpfer: Zumindest das Setup des Abends versprach, weitaus spannender als die Restsaison der KSV zu werden. Eine Erwartung, die aber nur teilweise erfüllt wurde.

Vorbemerkung ...

KN 25.2.2019, Ausschnitt

"Das ist mal endlich ein neuer, sinnvoller Vorschlag, um weniger im Stau zu stecken" - so ein ungenannter Meimersdorfer, den die Kieler Nachrichten vom 25. Februar zitieren. Gemeint ist die einstimmige und parteiübergreifende Anregung des Ortsbeirates Meimersdorf / Moorsee, dass im Zuge der Neubauplanungen im Kieler Süden gleich eine Stadtbahnanbindung mitgedacht werden solle. Und zwar über das vorhandene Industriegleis ins Gewerbegebiet Wellsee.

Das ist kein Votum für oder gegen die Südspange, sondern ein absolut naheliegendes Anliegen eines betroffenen Ortsgremiums, wenn man die Verkehrsprobleme im Kieler Süden aus dem Blickwinkel des Jahres 2019 betrachtet und nach Lösungen sucht.

Auf Seiten von bielenbergkoppel.de ist diese Variante bereits öfters ins Spiel gebracht worden und natürlich in dem Kontext, Alternativen zu den vier untersuchten Planfällen (inkl. Südspange) der Anbindung der A21 nach Kiel zu schaffen.

Fast die gesamten 90er-Jahre hatte ich einen direkten Blick von meinem Bett auf den Überflieger am Barkauer Kreuz. Wenn ich Anfang der 90er mal nachts mit Walkman vom Subway in der Bergstraße nach Hause spazierte, nahm ich einfach den direkten Weg vom Lübscher Baum zum Hornheimer Weg. Unterm Überflieger, zu Fuß direkt über den Ring. Eine echte Abkürzung, aber auch recht unübersichtlich. Später kamen unterm Überflieger Leitplanken hinzu, die man zusätzlich übersteigen musste. Manchmal gab es damals auch Leute, die diesen Weg sogar tagsüber nahmen. Heutzutage würden das sicher nur noch Lebensmüde machen, denn der Verkehr hat doch noch um einiges zugenommen. Ich wohne jetzt etwa 250 Meter stadteinwärts. Den Ring überquere ich trotzdem noch mehrmals die Woche, wenn ich mit dem Rad in den Garten will. Aber sicherlich nie auf dem direkten Weg.

Barkauer Kreuz - am Überflieger

Es dauerte ein Vierteljahrhundert bis zum letzten Freitag, dass ich wieder einmal den Theodor-Heuss-Ring vom Lübscher Baum aus zu Fuß betreten konnte. Und es fühlte sich wirklich sehr gut an.